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mavida 03_2014

18 www.mavida-magazin.de gesundheit „Ich habe ein Lymphödem.“ E ine Patientin, bei der die richtige Diagnose frühzeitig erstellt wurde und bis heute eine umfassende Behandlung erfolgt, ist Brigitte. Die dreifache Mutter erkrankte 2007 an Brustkrebs, zwei Lymphknoten waren befallen, vierzehn wurden sicherheitshal- ber entfernt. Der Eingriff verlief erfolgreich, doch drei Wochen nach der Operati- on wurde ihr rechter Arm dick. Als sie zusätzlich starkes Fieber bekam, suchte sie Rat bei ihrem Hausarzt, der gleich- zeitig Lymphologe ist. Er diagnostiziert richtigerweise ein Lymphödem. Mit dieser Folgeerkrankung ist sie nicht allein. Auf Grund der aktuellen Studienlage geht man davon aus, dass durchschnittlich 20 bis 30 Prozent der Patientinnen von ei- nem Brustkrebs assoziierten Lymphödem betroffen sind.2 Die Säulen einer erfolgreichen Therapie: Arzt, Therapeut, Sanitätsfachhandel Brigittes Arzt verordnete ihr direkt eine manuelle Lymphdrainage. Diese ist Vor- aussetzung dafür, die starke Schwellung in den Griff zu bekommen, und ein wichtiger Bestandteil der sogenannten Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Die KPE gilt in Fachkreisen als einzig wirkungsvolle Therapie zur Lymphödem- reduktion. Konsequente Hautpflege, spezielle Gymnastik sowie Kompressi- onsbandagierung bzw. Kompressionsbe- strumpfung vervollständigen die Therapie. Die Patientin begab sich daraufhin zur Behandlung in eine spezielle Physiothe- rapiepraxis. In der Entstauungsphase zu Beginn der Therapie erhielt sie nahezu täglich Lymphdraina- gen und anschließend wurden Kompressions- bandagen angelegt. Mit Erfolg: Ihr Armum- fang reduzierte sich und nach vier Wochen konnte sie erstmals fachmännisch für die Kompressionsbe- strumpfung vermessen werden. Seitdem geht Brigitte vier Mal pro Woche zur Lymphdrai- nage und trägt zum Erhalt des Therapieer- gebnisses rund zwölf Stunden täglich einen flachgestrickten Arm- strumpf. „Im Großen und Ganzen halten wir uns jetzt seit zwei Jahren recht gut“, erzählt Brigitte und sieht dabei zu Regina, der Lymphexpertin aus einem Augsburger Sanitätshaus, die sie seit Beginn ihrer Therapie vor mehr als sechs Jahren betreut. Die Frauen haben inzwischen großes Vertrauen zueinander aufgebaut. „Sie ist mit ihrer Erfahrung für mich eine Nach vorsichtigen Expertenschätzungen leiden rund drei Millionen Menschen in Deutschland unter einer Erkrankung des Lymphgefäßsystems.1 Die reale Zahl kann jedoch deutlich höher liegen, denn:Viele Betroffene werden eher zufällig auf ihre Erkrankung aufmerksam.Auf Grund starker Schwellungen, besonders an Armen und Beinen, recherchieren sie im Internet, wenden sich an Therapeuten oder Selbsthilfegruppen. Steht die ärztliche Diagnose Lymphödem fest, ist die optimale Behandlung entscheidend. 1 Dr.med.Schingale,FranzJosef.In.Lymphödeme/Lipödeme.DiagnosenundTherapie.EinRatgeberfürBetroffene.3.,überarbeiteteAuflage(2007).S.9.SchlüterscheVerlagsgesellschaftmbH&Co.KG. 2 DeutscheKrebsgesellschafte.V.(2008):InterdisziplinäreS3-leitliniefürdieDiagnostik,TherapieundNachsorgedesMammakarzinoms,Germering,München:W.ZuckerschwerdtVerlag. Hier zählt jeder Millimeter: Exaktes Vermes- sen ist für eine gute Strumpf- versorgung unerlässlich. Brigitte (rechts) schätzt die kompetente Beratung im Sanitätsfachhandel.

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